Berichte

Gemeindefahrt nach Zentralpolen
 

Unterwegs mit Pfarrer Andrzej Glombitza und Pfarrer Przemek Kostorz

Am Mittwoch, den 28.05.2025 starteten wir drei Uhr in Aue mit unserem Pfarrer Przemek Kostorz und dem Boni-Bus nach Leipzig. Mit der Gemeinde aus Leipzig begann unsere eigentliche Fahrt. Die erste Station war die Besichtigung der Wallfahrtskirche der heiligen Hedwig von Schlesien in Liegnitz. Am 02.06.1997 besuchte Papst Johannes Paul II. als Wallfahrer Liegnitz und die Kirche. Nach dem Mittagessen fuhren wir ca. 200 km bis Lódz. Lódz war eine kleine Stadt im Königreich Polen. Sie wurde von polnischen, jüdischen, deutschen und russischen Bevölkerungsgruppen bewohnt. Zur Stadtführung sahen wir beeindruckende Fabrikantenvillen und Paläste, welche Zeugnis von Reichtum und Macht zeigten. In Lódz gibt es viele Webereien und Baumwollspinnereien. Für dessen Arbeiter entstand bereits 1873 – 1875 eine Arbeitersiedlung und 1882 – 1884 wurde das erstes Fabrikkrankenhaus erbaut. 

Die nächsten Tage begannen wir – nach dem Frühstück – im Bus jeweils mit einem Morgengebet durch Pfarrer Przemek Kostorz und einem Lied aus dem Gotteslob. Den Tagesabschluss bildete ein gemütliches Beisammensein im Hotel.

Am Donnerstag, den 29.06.2025 fuhren wir um 8.30 Uhr weiter in Richtung Warschau. Nach ca. 100 km besuchten wir das Geburtshaus von Frédéric Chopin, in Zelazowa Wola. Als Überraschung hörten wir dort ein kurzes Klavierkonzert. Ein weiterer Zwischenstopp auf dem Weg nach Warschau war in Warka, wo wir die Brauerei „Warka“ besichtigten – diese wurde 2003 von der Firma Heineken übernommen. 

Am Freitag, den 30.05.2025 erwartete uns in Warschau eine Stadtrundfahrt mit dem Bus und anschließend eine Stadtbesichtigung zu Fuß, über den Pilsudski – Platz, auf dem heute noch das Kreuz steht, an dem Papst Johannes Paul der II., am 02.06.1979 eine Messe hielt. Weiter ging es zum Denkmal des unbekannten Soldaten, dem Priesterseminar, der Johanneskirche und der Annakirche. In Warschau sind 85 % Eigentumswohnungen, ein Großteil auch auf eigenem Grund und Boden. Die Altstadt wurde im Krieg fast vollständig bis auf die Grundmauern zerstört und 1950-1953 in kurzer Zeit wieder originalgetreu aufgebaut.

Am Abend besuchten wir den Multimedia Fountain Park – einen Park mit Springbrunnen und saisonaler Lichtshow. 

Am Samstag, den 31.05.2025 besuchten wir von 10 Uhr – 12.15 Uhr das Museum „Polin“. Es erzählt über die Geschichte der Juden. Ein Prozent der Gesamtbevölkerung waren Juden. In einer Synagoge in Warschau wurde bereits 1878 die erste Predigt in polnischer Sprache gehalten, damit sie das Volk auch verstehen kann. Die Ortseingangsschilder waren 1932 in vier Sprachen geschrieben: polnisch, jüdisch, russisch und deutsch. Während der Besatzungszeit 1942 gab es ca. 600 Ghettos; das größte in Europa war in Warschau. Dort waren 460.000 Juden eingesperrt und 300.000 Juden davon wurden ermordet. Am Nachmittag folgte eine überraschende Schifffahrt auf der Weichsel. Eine Vorabendmesse feierten wir dann in der Kirche der heiligen Theresa von Lisieux.

Am Sonntag, den 01.06.2025 begannen wir mit einer weiterführenden, fußläufigen Stadtführung, vorbei am „Denkmal des Warschauer Aufstandes“ der vom 01.08.1944 – 02.10.1944 dauerte. Die Altstadt war 1944 verloren und die Widerstandskämpfer gingen in die Kanalisation, auch die Priester. Im Januar 1945 war die gesamte Stadt zerstört.

Mit einem Spaziergang durch den Königspark ging es weiter. Da der Park zum Palast gehört, ist er kein Park, sondern das gesamte Gelände zählt als Museum. An den Wochenenden finden hier kostenfreie Konzerte mit Werken von Frédéric Chopin statt. Nach dem Mittagessen besuchten wir zum Kindertag ein Kinderfest. Im Anschluss konnten wir an einer Verkostung in einem Museum für polnischen Wodka teilnehmen. Der „Wodka“ wurde erstmals in einer Chronik als „kleines Wasser“ 1405 erwähnt.

Am Montag, den 02.06.2025 starteten wir 7.30 Uhr vom Hotel, Richtung Westen, vorbei an Lódz nach Posen. Unterwegs hielten wir an der Basilika in Lichen. Dort hörten wir eine Orgelpräsentation und es folgte eine Führung. Die Parkfläche der Basilika ist zweimal so groß wie der Vatikan. Die Bauzeit der Basilika war 10 Jahre (1994 – 2004). Die Basilika ist die achtgrößte Basilika Europas und die 12. der Welt, mit 365 Fenstern – wie Tage im Jahr – , 52 Türen – wie Wochen im Jahr – , 33 Stufen – so lange wie Jesus gelebt hat – ; die Höhe des Turmes beträgt 141,5 m. Sie wurde nur durch Spenden gebaut. Papst Johannes Paul II. war 1999 das siebte Mal in Polen und hat zu dieser Zeit die Baustelle gesegnet.

Nach dem Mittagessen ging die Fahrt weiter nach Posen. Die Stadtführung ging zu Fuß durch die Innenstadt von Posen. Im 2. Weltkrieg war die Stadt zu 95 % zerstört, wurde aber später wieder Original aufgebaut. Um die Menschen zu beeindrucken und wieder zum Glauben zu bringen, wurde ab 1651 eine Jesuitenkirche gebaut; die Bauzeit betrug 100 Jahre. Sie ist eine von drei Kirchen – Basilika minor (hat eine besondere Anerkennung durch den Papst erhalten).

Das Wahrzeichen der Stadt sind zwei Böcklein. Sie sollten gebraten werden zur 1000 Jahrfeier des polnischen Königs. Sie sind aber ausgerissen und auf das Dach des Rathauses; dadurch wurde ein Brand des Daches entdeckt und konnte gleich gelöscht werden.

Dienstboten, die mit zu schicken Kleidern in Posen herumliefen, mussten Strafe bezahlen, von dem Geld wurde der Pranger unterhalten.

Am Dienstag, den 03.06.2025 ging es nach dem Einladen der Koffer zu Fuß in die Stadt, in eine Bäckerei für Martinshörnchen. Dort konnten wir die Vorbereitungen zum Backen selbst mitgestalten. Die Martinshörnchen bestehen aus Hefeteig, einer bestimmten Füllung und einem Guss aus Wasser, Zucker und Nüssen.

Die letzte Station unserer Reise war ein Halt bei der Christus-König-Statue in Schwiebus. Sie wurde 2010 fertiggestellt und steht auf einem 16,5 m hohen Hügel. Die Höhe der Figur ist 33 m + 3 m die Krone = 36 m; die Spannweite der Arme beträgt 24 m. 

Am Abend, gegen 19 Uhr, endete dann unsere Reise in Leipzig, und 21 Uhr waren wir wieder in Aue.

Alle waren von dieser Reise sehr begeistert. Wir danken den beiden Pfarrern Glombitza und Kostorz für die umfangreiche Vorbereitung und die sehr gute Durchführung der Reise.